Das Seminar für angewandte Unsicherheit (abgekürzt: SAU) hat ein sehr schönes Lehrbeispiel im Internet vorbereitet. Jeder kann nach Informationen dieser fiktiven Person selbst suchen und das Profil verifizieren. Es geht um folgende Person:
Angaben zu Person
(Um das schöne Beispiel nicht kaputt zu machen sind alle Namen und Pseudonyme als Grafik eingebunden. Bitte auch bei Verlinkungen darauf achten, keine Hinweise für Google zu plazieren.)

Diese Informationen könnte ein Personalchef beispielsweise einer Bewerbung entnehmen oder sie sind der Krankenkasse bekannt oder sie ist bei einer Demo aufgefallen.

Eine kurze Suche bei Google und verschiedenen Personensuchmaschinen liefert nur sehr wenige Treffer, im Moment sind es 3 Treffer. Gleich wieder aufgeben?

Die moderne Studentin ist sozial vernetzt. Naheliegend ist es, die verschiedenen Netzwerke wie StudiVZ usw. nach F. abzusuchen. Bei Facebook wird man erstmals fündig. Es gibt ein Profil zu dieser Person mit Fotos, Interessen und (wichtig!) eine neue E-Mail Adresse:
neue E-Mail
Bezieht man diese Adresse in die Suche bei anderen Sozialen Netzwerken mit ein, wird man bei MySpace.com erneut fündig. Hier gibt es Profil mit dieser E-Mail Adresse und man findet den Twitter-Account von F. sowie ein weiteres Pseudonym:
ein Pseudonym
Mit den beiden gefundenen Pseudonymen g.....17 und f.....85 kann man erneut bei Google suchen und die Ergebnisse mit den Informationen aus den Profilen zusammenfassen. Würden sie als Personalchef diese fiktive Person einstellen?

Welche Ansatzpunkte ergäben sich für den Verfassungsschutz?

Was könnte zukünftig für die Krankenkasse interessant sein?

Was hätte F. tun können, um die Profilbildung zu vermeiden?

Bedeutung der Pseudonyme

Die Suche nach Informationen über F. fiel relativ leicht. Sie verwendete die gleichen Pseudonyme mehrfach und die Pseudonyme waren eindeutig und einfach zu googeln. Damit ergeben sich viele Verknüpfungen von einzelnen Informationshäppchen. Als Verteidigung gegen diese Recherche kann man viele unterschiedliche Pseudonyme verwenden oder zumindest schwer googelbare Pseudonyme, wenn man wieder­erkannt werden möchte.

Die Wiedererkennbarkeit lässt sich messen. Auf der Website How unique are your usernames? kann man den Entropiewert seiner bevorzugten Pseudonyme berechnen lassen. Gute und schwer googelbare Pseudonyme haben Entropiewerte < 20. Werte über 40 sind sehr eindeutig und die damit verbunden Informationen somit leicht verknüpfbar.
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